Der Kimono war früher in Japan ein alltägliches Kleidungsstück. Der Kimono hat anders als westliche Kleidung keine Kurven im Schnitt. Er ist aus rechteckigen Stoffteilen zusammengenäht. So haben die Menschen den über Jahre getragenen Kimono wieder aufgetrennt und gewaschen, die beschädigten Stellen geflickt oder die Position verändert und umgenäht, oder die Größe geändert. So wurden die Kimonostoffe viele Male wiederverwendet und lange sorgsam getragen.

Die Seidenstoffe haben sich über die Zeit stellenweise gedehnt, und die Flecken sind deutlicher zu sehen, aber es sind alles prächtige formelle Kimonos, die „Haregi“ genannt werden und für Zeremonien und andere festliche Anlässe getragen wurden. Die Kimonos, die ihre Aufgabe beendet und ihre*n Besitzer*in verloren haben, wurden kurz vor ihrer Disposition in Japan gerettet und sind in Berlin angekommen, um hier ein neues Leben zu beginnen.
Jeder Kimono hat seine eigene Geschichte. Die Kalligraphin Juju Kurihara schreibt für diese Kimonos mit ihrer Kalligraphie eine neue Geschichte, und die Textilkünstlerin Yumiko Umeda näht mit ihrer eigens entwickelten Methode diese Geschichten in die Kimonos ein.
Durch die beiden Künstlerinnen werden nun die Kimonos, die ihre Rolle als Kleidungsstück abgelegt haben, nachhaltig als Kunstwerke wiedergeboren.
Wir hoffen, dass Sie sowohl an den Geschichten der einmal ausgedienten Kimonos, als auch an den Geschichten, die durch die Kalligraphie erzählt werden, Gefallen finden werden.



Ausstellung

Galerie Sievi trifft auf Asien

Gruppensausstellung Kuratiert von Dr. Rania Sid Otmane

13.04.2024 - 08.06.2024 

Vernissage am 12.04.2024 um 19 Uhr

 Galaerie Sievi    Gneisenaustrasse 112 10961 Berlin 

100x105 cm
Gnade

123x137 cm
Wahrheit

97x158 cm
Schicksal

94x126 cm
Freude

134x122 cm
Traum

119x140 cm
Frieden

96x76 cm
Würde

65x142cm
Die wichtigsten Elemente der Teezeremonie: Harmonie, Respekt, Reinheit und Stille. (Japanisches Sprichwort)

98x60 cm
Blumen, die keine Früchte tragen. Gefühl der Vergänglichkeit des Lebens.

133x133cm
Weg

122x140 cm
"Die aufrichtige Arbeit einer Person schafft eine kleine Spirale irgendwo unerwartet weit weg". (Noriko Ibaragi)

120x95 cm
In einer Seifenblase kann der Garten nicht eindringen. Er geht einfach um die Seifenblase herum. (Jean Cocteau)

120x115 cm
Dies ist die Wahrheit und etwas Gewisses, das alle Leiden beseitigen kann. (Das Herz-Sutra)

122x138 cm
Alle Phänomene und Existenzen im menschlichen Bereich sind wesenlos und leer. Deshalb stören mich alle Leiden nicht mehr. (Das Herz-Sutra)

112x112 cm
Der Weg zur Erleuchtung besteht nicht nur aus den Vier Edlen Wahrheiten. (Das Herz-Sutra)

101x122 cm
Alles, was in dieser Welt existiert, hat keine Substanz, verändert sich ständig und ist nicht greifbar. Es gibt nichts, was ewig existiert, und das ist es, wie wir leben. (Das Herz-Sutra)

126x126 cm
Der Fisch genießt das tiefe Wasser und die Vögel sehnen sich danach, in den Wald zurückzukehren, wo es viele Bäume gibt. (Du Fu)

114x135 cm
Glücklich, verängstigt. Ich habe gezittert, weil ich mich anstrenge zu leben. (Wataru Iwasaki)

128x110 cm
Wir sind zum Spielen geboren. 
(Der Ryōjin Hishō)

126x130 cm
Ich weiß nicht, wer da ist, aber ich bin so dankbar, dass sich meine Augen mit Tränen füllen. (Saigyō)

62x132 cm
Freudiger Tag, trauriger Tag, das Gras wächst trotzdem. (Santoka)

124x128 cm
Deshalb ist das Herz-Sutra ein großes Sutra, ist das Sutra, das die Dinge klärt, ist ein außergewöhnliches Sutra und es gibt nichts Vergleichbares. (Das Herz-Sutra)

147x134 cm
Die Berge sind violett und das Wasser ist klar. (Japanisches Sprichwort)

Künstlerinnen

Juju Kurihara

Kalligraphin

Sie war 9 Jahre alt, als sie ihre ersten Erfahrungen mit der Kalligraphie machte. Im Alter von 13 Jahren traf sie ihren Meister und begann zu üben. Mit Anfang 20 erhielt sie den 5. Dan und lernte weiter, bis ihr Meister verstarb. Im Jahr 2007 begann sie in Spanien zu unterrichten, aufzutreten und auszustellen und übernahm den Namen der Schule ihres Meisters, Sosekido. Seit 2012 hat sie ihre Basis nach Berlin verlegt, wo sie weiterhin Kunstwerke schafft.

Yumiko Umeda

Textilkünstlerin

Als sie 2016 in Australien lebte, war sie von einer Textilkünstlerin beeindruckt und lernte deren Technik. Sie begann, Textilkalligraphie zu schaffen. Ende 2017 zog sie nach Berlin um. 2018 wurde "Kimono Kalligraphie" zum ersten Mal präsentiert und wird seitdem in Einzelausstellungen, auf Messen und Kunstmärkten ausgestellt.